Website selbst erstellen oder erstellen lassen? So treffen Sie Ihre Entscheidung
Ihre neue Website steht seit Monaten auf der Liste. Selbst bauen oder bauen lassen: Wann fällt die Entscheidung?
Vielleicht wollen Sie die Kosten im Griff behalten. Vielleicht fehlt neben dem Tagesgeschäft schlicht die Zeit für Texte, Bilder und Technik. Beides ist berechtigt, und beide Wege können richtig sein. Wir bauen selbst Websites und verdienen daran. Trotzdem raten wir nicht allen dazu, und unsere eigene Website läuft auf Wix, einem Baukasten. Dieser Beitrag hilft Ihnen, Aufwand, Budget und Anforderungen abzuwägen. Die Beispiele sind erfunden.
Was muss Ihre Website leisten?
Bevor Sie entscheiden, wer baut, klären Sie, wozu. Sollen Menschen Ihren Betrieb finden, Ihr Angebot verstehen oder direkt einen Termin buchen? Was brauchen sie, um Ihnen zu vertrauen? Daraus ergibt sich, welche Inhalte und Funktionen Sie wirklich benötigen.
Nehmen wir eine Physiotherapeutin in Thun. Ihre Website soll zeigen, welche Behandlungen sie anbietet, wer die Patientinnen und Patienten betreut und wie man einen Termin bekommt. Für den Anfang genügen vielleicht eine Telefonnummer und ein Formular. Die Online-Terminbuchung ist dann schon die nächste Stufe.
Schreiben Sie auf, was Besucherinnen und Besucher erfahren und danach tun sollen. Trennen Sie das Nötige vom Wünschenswerten. Mit diesem Zettel wählen Sie später einen Baukasten aus oder beurteilen eine Offerte.
Wann passt der Eigenbau?
Für viele kleine Betriebe ist er genau richtig, vor allem in diesen Fällen:
Das Budget ist knapp. Sie haben gerade gegründet und müssen zuerst Kundschaft gewinnen. Die direkten Kosten zum Start bleiben oft tief, dafür investieren Sie eigene Zeit.
Die Anforderungen sind überschaubar. Nehmen wir eine Floristin in Winterthur, die Öffnungszeiten, ein paar Fotos und eine Kontaktmöglichkeit online stellen will. Kein Onlineshop, keine Buchung, keine zwei Sprachen. Genau dafür sind Baukästen gemacht.
Sie haben Zeit, sich einzuarbeiten. Bei Wix etwa beantworten Sie im Chat ein paar Fragen, und der KI-Website-Builder erstellt daraus Design und erste Inhalte. Das geht schnell. Bis alles stimmt, dauert es länger, als der erste Eindruck vermuten lässt.
Sie probieren gern aus. Klappt etwas nicht, suchen Sie eben die Lösung. Verdirbt Ihnen schon der Gedanke an Technik die Laune, passt dieser Weg eher nicht.
Einiges nimmt Ihnen auch die beste KI nicht ab: Texte prüfen und anpassen, echte Bilder organisieren, Impressum und Datenschutzerklärung aufsetzen, das Kontaktformular testen. Und nach dem Start die Auffindbarkeit prüfen und die Seite aktuell halten.
Was das im Einzelnen heisst, zeigt unser Beitrag «Website mit KI erstellt – und jetzt?», ein Selbsttest für die Zeit nach dem Bau.
Wann lohnt sich Unterstützung?
Wenn Ihnen vor allem die Zeit für Texte und Struktur fehlt. Ein Baukasten nimmt Ihnen viele Entscheidungen ab. Welche Leistungen im Vordergrund stehen und welche Fragen Ihre Kundschaft hat, müssen Sie trotzdem klären.
Ein zweites Zeichen sind zusätzliche Anforderungen, etwa eine Terminbuchung oder eine Website in zwei Sprachen. Beides können Sie selbst umsetzen. Die Frage ist, ob Sie sich damit befassen und die Abläufe selbst testen wollen.
Und dann gibt es den Eigenbau, der immer wieder liegen bleibt. Das Design steht längst, die Texte fehlen seit Monaten. Dann genügt vielleicht schon Hilfe für genau diesen Teil.
Ganz abgeben lässt sich die Arbeit allerdings nicht. Sie liefern die Angaben zu Ihrem Betrieb, erklären Ihr Angebot, stellen Logo und Bilder bereit und prüfen die Entwürfe. Fragen Sie deshalb vor dem Auftrag, was Sie liefern müssen und bis wann. Bei uns dauert das Auftragsformular rund 30 Minuten, Stichworte genügen, und Rückmeldungen geben Sie innerhalb von 5 Arbeitstagen. Legen Sie vorab fest, wer bei Ihnen dafür zuständig ist.
Was kostet eine Website? Das gehört ins Budget
Der Preis auf der Baukasten-Seite ist nicht der Preis Ihrer Website. Fair vergleichen können Sie erst, wenn Sie alle vier Posten zusammenzählen.
Einmalig: der Aufbau, falls Sie ihn vergeben, dazu allenfalls Logo und Fotos.
Laufend: Website-System, Domain, E-Mail-Postfach, je nach Website auch Rechtstexte und Cookie-Banner. Diese Kosten fallen auf beiden Wegen an.
Ihre Zeit: Struktur, Texte, Bilder, Rückmeldungen. Auch wenn Sie bauen lassen, bleibt ein Teil davon bei Ihnen.
Danach: Änderungen, neue Seiten, Pflege.
Der dritte Posten geht leicht vergessen. Schätzen Sie ihn also ehrlich: Stunden mal das, was eine Stunde in Ihrem Betrieb wert ist. Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen: 30 Stunden zu CHF 80 ergeben CHF 2'400, die auf keiner Rechnung stehen. Bei Ihnen können es deutlich weniger oder mehr sein. Auch Abende und Wochenenden sind Ihre Zeit. Überlegen Sie, wie viel davon die Website bekommen soll.
Unsere eigenen Preise zum Vergleich: Der Website-Aufbau kostet im Basis-Modul CHF 1'500.– (bis 4 Unterseiten), im Erweiterten Modul CHF 3'500.– (bis 10 Unterseiten) und im Premium-Modul CHF 8'900.– (bis 20 Seiten in zwei Sprachen). Nicht enthalten sind die laufenden Kosten, Fotoshootings, Rechtsberatung, die Entwicklung von Logo und Marke sowie Übersetzungen über die zweite Sprache im Premium-Modul hinaus. Was über den vereinbarten Umfang hinausgeht, bieten wir vorher mit Kostenvoranschlag an, zu CHF 140 pro Stunde.
Holen Sie ruhig mehrere Offerten ein, und stellen Sie allen dieselben Fragen: Was genau ist enthalten? Wie viele Korrekturrunden gibt es? Was kostet die Website danach im Jahr?
Und Fördergeld? In der Schweiz bezahlt die Arbeitslosenversicherung den Website-Aufbau nicht. Wer sich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig macht, kann unter bestimmten Voraussetzungen für die Planungsphase höchstens 90 Taggelder erhalten. Sie werden an den Anspruch angerechnet, und ob sie Ihnen zustehen, klären Sie mit Ihrer RAV-Beratungsperson. Mehr dazu im Beitrag zur RAV-Unterstützung.
Wie entscheiden Sie gemeinsam?
Oft entscheidet nicht eine Person allein. Die eine bringt die Bilder mit, der andere kennt das Budget, und später bearbeiten beide die Anfragen. Sitzt jemand mit am Tisch oder arbeitet später mit der Website? Dann klären Sie diese Fragen zusammen, bevor Sie über Anbieter oder Baukästen sprechen. Auch wer allein entscheidet, kommt mit ihnen schneller ans Ziel.
Wie viel Zeit können und wollen Sie selbst investieren, auch nach der Veröffentlichung?
Welches Budget steht für den Aufbau bereit, welches für die laufenden Kosten?
Wer besorgt Texte, Fotos und belegbare Angaben zu Ihren Leistungen?
Wer prüft Entwürfe und gibt Rückmeldungen innert nützlicher Frist?
Wer hat am Ende das letzte Wort, wenn Sie unterschiedlicher Meinung sind?
Wer kümmert sich später um Änderungen, Anfragen und die Zugänge?
Haben Sie Zeit, Lust am Ausprobieren und klare Zuständigkeiten, ist der Eigenbau ein guter Weg. Fehlt Ihnen die Zeit für den Aufbau, kann Unterstützung sinnvoll sein. Zeit für Angaben, Rückmeldungen und Freigaben müssen Sie aber trotzdem einplanen. Gehen die Antworten auseinander, entscheiden Sie nicht über den Geschmack, sondern zuerst über Umfang und Verantwortung.
Ihr nächster Schritt
Neigen Ihre Antworten zum Eigenbau? Dann legen Sie los. Unser Selbsttest zeigt Ihnen danach in rund 15 Minuten, was noch fehlt.
Neigen sie zum Bauenlassen? Module, Preise und unseren Ablauf finden Sie beim Website-Aufbau. Möchten Sie vorher Umfang und Zeitplan klären, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch. Bringen Sie gern mit, wer bei Ihnen mitentscheidet. Andere Fragen klären wir gern über das Kontaktformular.
Sie haben schon eine Website, und sie passt nur nicht mehr? Dann lohnt sich vor einem Neubau oft der Blick von aussen: Unsere Website-Analyse für CHF 890.– zeigt, was sie bremst.
Beide Wege sind in Ordnung. Halten Sie heute fest, wer bis wann Anforderungen und Budget klärt. Schlecht ist nur, wenn die Website noch ein Jahr auf der Liste steht.
Häufige Fragen zum Eigenbau und zum Bauenlassen
Kann ich selbst anfangen und später Hilfe holen?
Ja. Sichern Sie Ihre Entwürfe, Texte und Bilder, und notieren Sie, was bereits funktioniert. Prüfen Sie auch, ob Domain und Konto auf Ihren Namen laufen. So sieht eine spätere Unterstützung klar, worauf sie aufbauen kann und was neu geordnet werden muss.
Wem gehört die Website, wenn ich sie bauen lasse?
Das hängt vom Vertrag und vom eingesetzten System ab. Klären Sie vor dem Auftrag schriftlich die Nutzungsrechte an Inhalten und Gestaltung, wer Domain und Zugänge kontrolliert und was bei einer Kündigung geschieht. Lassen Sie Konten möglichst auf Ihren Namen eröffnen. Bei Wix etwa gehören die Inhalte laut Anbieter Ihnen, die Website läuft aber nur auf dessen Servern. Ein Wechsel heisst deshalb meist Neuaufbau.
Quellen (Stand: Oktober 2026)
Dieser Beitrag ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung (Stand: Oktober 2026).

Kommentare